Monatsarchiv für Dezember 2007

Ferien

Montag, den 31. Dezember 2007

Dieses Blog wird in Kürze wieder den “roten Faden” aufgreifen und über den Job-Knigge berichten! Fortsetzung folgt…

Gruß,

Silvio Ströver

Ein Tag im Leben des Nikolaus’

Mittwoch, den 5. Dezember 2007

Chef eines Kurierdienstes: „Herr… äh… Nikolaus, Sie dürfen eintreten…“

Nichts passiert.

Griff zum Telefon: „Frau Meyer, ist der Bewerber nicht gekommen?“

Sekretärin: „Herr Nikolaus ist noch nicht eingetroffen. Aber ich habe da ein Poltern auf dem Firmendach gehört, ich glaube, dass ist er.“

Zehn Minuten später… Tür öffnet sich sich mit Poltern.

Chef: „Nanu…?“

Nikolaus: „Ho, ho, ho, war etwas schwierig, den Schlitten richtig zu parken, Ihr Dach ist etwas abschüssig…“

Chef: „Äh, was… äh, erst einmal guten Tag Herr, äh… Nikolaus… oder Herr Weihnachtsmann, äh… Santa Klaus? Wie heißen Sie denn jetzt eigentlich? Gerade sehe ich, dass in Ihrem Anschreiben und Ihrem Lebenslauf verschiedene Namen stehen..“

Verwirrt.

Nikolaus: „Das spielt keine Rolle. Ich habe verschiedene Namen, nennen Sie mich einfach Nikolaus, Ho, ho…“

Chef: „Das ist aber sehr ungewöhnlich, dass Sie keinen festen Namen haben. Aber nun gut, schau’n wir uns erst einmal an, was Sie unserer Firma zu bieten haben. Äh, ich hoffe, Sie haben gut hierher gefunden?“

Nikolaus: „Ja, danke. Mein Schlitten konnte ich gerade eben noch auf Ihrem Dach parken. Doch der Schornstein war ein wenig eng… Aber Sie sehen, ich habe ja zu Ihnen gefunden.“

Chef: „Wie, Sie haben auf dem Dach geparkt? Und was meinen Sie mit dem engen Schornstein? Äh, Sie sind wohl sehr lustig. Wie auch immer… Möchten Sie nicht Ihren roten Mantel auf die Garderobe hängen? Ist Ihnen denn nicht zu warm?“

Ganz verwundert und noch immer ungläubiges Staunen.

Nikolaus: „Meinen roten Mantel ausziehen? Nein, auf keinen Fall. Haben Sie mich mal ohne Berufskleidung gesehen?“

Chef: „Wenn Sie mich so fragen, nicht, dass ich wüsste…“

Nikolaus: „Sehen Sie! Aber meine schwarzen Stiefel habe ich auf jeden Fall vor Ihrer Bürotür ordentlich sauber-getreten. Sie ahnen ja gar nicht, wie oft ich in Rentier-Mist reintrete, ho, ho, ho!“

Chef: „Aus Ihnen werde ich jetzt nicht wirklich schlau. Aber um Ihnen mal eine Chance zu geben, wo Sie schon mal hier sind, erzählen Sie mir doch mal, warum Sie sich bei uns beworben haben!“

Nikolaus: „Sie sind eine Firma mit himmlischen Ruf. Meine Engel haben mir verraten, Sie hätten eventuell die Möglichkeit, Geschenke noch schneller zu verschicken als ich. Und da ich immer am sechsten Dezember Kinder weltweit mit kleinen Geschenken beglücken darf, und ich nicht mehr der Jüngste bin, dachte ich mir, wir könnten vielleicht zusammenarbeiten. Schließlich bin ich überall herumgekommen und bin überall bekannt. Fragen Sie mal Menschen auf der Straße. Ich bin mir sicher, dass alle sehr zufrieden sind über meine Arbeit.“

Chef: „Offenbar haben Sie gut informiertes Personal. Tatsächlich sind wir darauf spezialisiert, Pakete und Briefe schnell an unsere Kunden auszuliefern. Doch der Hauptanteil der Lieferungen besteht nicht aus Geschenken.“

Nikolaus: „Nicht? Aber das macht doch nichts…“

Chef: „Und verschenkt wird bei uns sowieso nichts, falls Sie das damit meinten. - Das ehrt Sie ja, dass Sie uns für kompetent halten, auch minderjährige Kunden zu beliefern. Schließlich müssen wir auch an morgen denken! Aber ist das nicht unsere Haupt-Zielgruppe. Ich fürchte, da wird Ihr guter Ruf nicht viel bei uns nützen. Aber das sollte Sie jetzt nicht verunsichern. Haben Sie denn besondere Hobbys, von denen wir vielleicht wissen sollten?

Nikolaus: „Ho, ho… wie meinen? Eigentlich nicht.“

Fragender Gesichtsausdruck.

Chef: „Nun, womit beschäftigen Sie sich denn in Ihrer Freizeit? Erzählen Sie doch

mal…“

Nikolaus: „Tja, ich arbeite immer das ganze Jahr über in meiner Werkstatt, um Geschenke anzufertigen. Da bleibt nicht viel Freizeit, übrigens ein komisches Wort, finde ich. Meine Zeit gehört eben ganz meinen Engeln. Wenn mal Geschenke zu schwierig zu besorgen sind, helfe ich Ihnen, diese doch noch zu bekommen. Das wäre doch traurig, wenn die lieben Kleinen am Nikolaustag ohne Geschenke dastehen. Könnten Sie sich das nur vorstellen?“

Chef: „Ich kann mir so einiges vorstellen, nur nicht, dass Sie sich ein ganzes Jahr in der Warenproduktion einsetzen, um Ihren ganzen Bestand in einer Nacht zu verschwenden. Sie nehmen also wirklich kein Geld dafür? Wo bleibt da der Gewinn?“

Extremes Unverständnis.

Nikolaus: „Ich kann doch von den braven Kindern kein Geld annehmen?“

Ebenfalls erstaunt.

Chef: „Tja, ob Sie… äh,… mhm… Vielleicht können wir Sie anders einsetzen… mal sehen, mir kommt da gerade eine gute Idee! - Haben Sie denn schon einmal ein Praktikum in einer unserer Filiale gemacht?“

Nikolaus: „Praktikum? Für so etwas habe ich doch überhaupt keine Zeit. Außerdem kenne ich mich doch bestens darin aus, Kinder glücklich zu machen!“

Chef: „Offenbar sind Sie also ein sehr engagierter und pünktlicher Zulieferer. Das ist ja nicht schlecht. Nur Sie müssen verstehen, dass wir Praktikantenbevorzugen, da sie unseren Betrieb bereits kennengelernt haben. Aber in Ihrem Falle könnte ich mir auch eine Ausnahme vorstellen. - Sagen Sie mal, treiben Sie eigentlich Sport?“

Nikolaus: „Ho, ho, ho…“ Lacht laut. „Sport ist doch nichts für mich. Sie ahnen ja nicht, wieviel Bewegung ich in der Nacht zum sechsten Dezember habe, wenn ich mich durch jeden Schornstein der Welt zwängen muss, um in die guten Stuben zu kommen. Außerdem trage ich immer in meinen Manteltaschen Süßigkeiten mit, von denen ich auch hin und wieder gerne einmal nasche. Ach ja…“

Chef: „Schau an, Sie machen mich glatt sprachlos. Aber was mir wirklich stutzig gemacht hat, Herr Nikolaus, dass in Ihrer Bewerbungsmappe kein Zeugnis lag. Haben Sie irgendeinen Nachweis…?“

Nikolaus: „Wozu brauche ich denn ein Zeugnis? Jeder weiß doch, wie gut ich bin. Pünktlich zum Nikolaustag sind die Strümpfe und Schuhe vollgepackt mit leckeren Sachen. Ho, ho, ho…!“

Chef: „Mhm, das spricht in Tat für Sie. Und ich sehe gerade, dass es unter Ihren Namen zigtausende Webseiten im Internet zu finden gibt. Unglaublich! - Doch generell es schadet nicht, wenn Bewerber Zeugniskopien in die Mappe legen. Selbstsicher und überzeugt von sich sind Sie aber auf jeden Fall, das muss man Ihnen lassen. Naja, mal weiter im Text… Sind Sie eigentlich immer über das aktuelle Geschehen informiert? Lesen Sie gerne…?“

Nikolaus: „Natürlich bin ich immer auf dem Laufenden. Meine Engel kundschaften immer aus, was sich die Kinder wünschen. Ich weiß genau, wer welches Geschenk bekommen soll. Natürlich schaue ich immer nach, ob die Kleinen schön brav waren.“

Chef: „Eigentlich meinte ich etwas anderes, aber gut. Das ist auch eine Antwort. Ziemlich schlagfertig. Aber sagen Sie mal, Sie sind doch Türke. Ihrem Lebenslauf entnehme ich, dass Sie ca. 270 nach Christus geboren sind…”

Nikolaus: „Ich verstehe mich als Weltbürger!”

Chef: „Ah, sehr gut. Jemand, der überall zu Hause ist. Aber da haben Sie mit Ihren 1737 Jahren ein ganz schönes Alter. Fühlen Sie sich auch mit Ihrem Übergewicht überhaupt noch in der Lage, körperlich so schwer zu arbeiten?“

Nikolaus: „Was ist das für eine Frage. Als Nikolaus kenne ich keinen Ruhestand, und fit bleibe ich trotz allem. Bisher bin ich ja, wie gesagt, durch jeden Schlot hindurchgekommen. Und was meinen Sie, wie fit man sein muss, um Tonnen von Geschenk-Ladungen im Schlitten durch die Lüfte zu steuern? Die Rentiere ziehen ganz schön. Und eine Erkältung darf nicht sein, daher bin ich stets dick eingemummt im roten Mantel. Es gibt nichts Schöneres, als Geschenke für die braven Kinder zu verteilen, ho, ho, ho!“

Chef: „Herr Weihnachtslau… äh Nikomann, pardon, Nikolaus, ich habe da noch eine Frage, die Ihre Qualifikation anbetrifft. Wie steht es überhaupt mit Ihren Sprachkenntnissen? Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir natürlich an sprachgewandte Mitarbeiter interessiert. Und in Ihrem Lebenslauf stand, dass ‘jedes Kind’ Sie versteht. Das habe ich wiederum nicht ganz verstanden.“

Nikolaus: „Nun, genauso, wie Sie es gelesen haben. Egal, wo ich bin, jeder versteht meine Botschaft. Es ist stets das Gleiche: Wer brav und artig war, bekommt auch ein schönes Geschenk. So einfach ist das, ho, ho, ho.“

Chef: „O.k., ich bin der Ansicht, einen guten Eindruck von Ihnen bekommen zu haben. Normalerweise tue ich das nicht, aber ich muss Ihnen sagen, dass Sie für unser gewinnorientiertes Unternehmen trotz Ihres ungewöhnlichen Erscheinungsbildes ein durchaus interessanter Bewerber sind.“

Nikolaus: „Nur interessant…?“

Chef: „Sie haben immerhin bewiesen, dass Sie fähig sind, Lieferungen pünktlich und zügig auszuliefern, was beachtlich ist, da Sie es schaffen, das Ganze in einer Nacht- und Nebel-Aktion zu organisieren. Offenbar haben Sie ein gutes Image, sind überall bekannt und verfügen aufgrund Ihres Äußeren, Ihres Rauschebarts, roter Berufskleidung und des urigen Rentier-Schlitten, über einen hohen Wiedererkennungswert. Auch scheinen Sie sozial engagiert und motiviert zu sein, da Sie stets mittellose Kinder vor Augen haben, die Sie auch noch reichlich beschenken wollen. Insofern wären Sie für unsere Firma sicher ein gutes Maskottchen, das für soziale Verantwortung steht. Stellen Sie sich vor: Wir könnten Sie gezielt werbestrategisch als Firmen-Maskottchen einsetzen. Vorausgesetzt, wir arbeiten noch an Ihren Umgangsformen. Sie lachen, pardon, etwas zu laut. Zudem müssten wir Ihr Äußeres noch etwas herrichten. Weniger Bauch, etwas weniger Bart und ein etwas modischeres Outfit wäre sicher gefragt. Doch da helfen uns unsere Werbestrategen, das ist kein Problem. Des Weiteren haben Sie sich offenbar hervorragend in einer multikulturellen Zeit eingelebt. Sie beherrschen jede Sprache und werden problemlos verstanden. Doch Sie müssten auch stärker mir modernen Medien in Verbindung gebracht werden. Kein Problem, wir vernetzen Sie, statten Sie mit allem technischen Medienschnickschnak aus, sodass Sie als moderner Kommunikationstyp für weltweite Verständigung stehen und so für uns werben könnten. Kennen Sie sich mit Internet, Computer und ähnlichen Kommunikationsmitteln aus? Aber notfalls schicken wir Sie in Fortbildungskurse. Auch das ist kein Problem. Ihre soziale Ader, allerdings, die müssten Sie leider umändern in eine gewinnträchtige Ader. Konzentrieren Sie sich nicht auf zahlungsunfähige Kinder, sondern auf die zahlende (!) Kundschaft, dann wären Sie mit Ihrem Engagement einer unserer wertvollsten Mitarbeiter. Und natürlich dürften Sie sich nach acht Stunden Büroarbeit darauf verlassen, dass Ihr neues Personal mit modernsten technischen Transportmitteln ausgestattet wird. Sie haben es doch nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Knowhow gewinnbringend in unser Unternehmen einbringen und werden aus Ihnen einen perfekten Zulieferungs-Manager machen, den vor allen Dingen junge Kunden nur so lieben werden. Sind Sie damit einverstanden?“

Nikolaus: „Äh, jetzt bin ich doch tatsächlich etwas überrascht.“

Chef: „Ach, ja, natürlich. Das Gehalt! Selbstredend würden Sie ein Spitzengehalt bekommen, weitaus mehr, als Sie…“

Nikolaus: „Gehalt? Sie wollen mich bezahlen? Das Kinderlachen und der Dank ist das Einzige, was mich bei meiner Arbeit antreibt. Und, ho, ho, wenn ich daran denke, was Sie aus mir alles machen wollen. Ich glaube, dass Sie jemanden anders suchen. Eigentlich dachte ich, wir helfen einander. Ich bin doch der gute, alte Nikolaus, ho, ho! Aus mir können Sie keinen schlanken, frechen Manager machen. Und Ihr Werbemaskottchen will ich auch nicht sein. Verfüge ich auch nicht unbedingt über jede Technik, so bin ich doch eigentlich immer sehr gut zurecht gekommen. Jedes Kind wurde von mir genauso beschenkt, wie es sich gehörte. Und dazu reicht mein Rentierschlitten allemal aus. Auf modernste Kommunikationsmittel kann ich ebenfalls verzichten, denn meine kleinen Engelchen haben mich bisher über jede Kleinigkeit informiert. Und da mich jeder versteht, sehe ich es auch nicht ein, irgendwelche Fortbildungen machen zu müssen, ho, ho. Ich habe schon die ganze Welt gesehen, was wollen Sie mir da noch beibringen? Und an meinen weißen Bart lasse ich auch keinen ran. Wäre ja noch schöner, ho, ho, ho!“

Chef: „Aber Herr Nikomann, bedenken Sie, das könnte Ihre Chance des Lebens sein!“

Nikolaus: „Es war ja auch eine gute Chance. Es war die Chance, mich meiner Stärken bewusst zu werden! Denn heute habe ich erkannt, dass ich nichts verkehrt gemacht habe. Doch stellen Sie sich vor, ich wäre nicht mehr der, der ich jetzt bin. Das geht einfach nicht, die armen Kinder. Aber ich muss mich bei Ihnen bedanken! Sie haben mir gezeigt, wie gut es ist, dass ich mit meinem alten Rentierschlitten nachts herumfliege und Kinder auf altmodische Art glücklich mache. Ich danke Ihnen, dass Sie mir bewusst gemacht haben, wie wichtig meine Arbeit ist!“

Chef: „Ja, aber bevor Sie sich entscheiden, überlegen Sie doch noch…“

Nikolaus: „Ich habe mich bereits entschieden, ho, ho! Gleich werde ich wieder auf meinen Schlitten steigen, die Gurte anziehen und den Rentieren sagen, dass sie mich wieder ins Weihnachtsdorf fahren sollen. Ich freue mich wieder richtig darauf, gleich mit der Arbeit in der Werkstatt zu beginnen, zusammen mit all meinen Engeln! Ohne sie zu arbeiten, könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Und nur im Büro zu managen, ohne selbst zu werkeln und zu fahren, ist auch völlig undenkbar für mich. Da freue ich mich wieder auf Daheim und darf mich von Ihnen herzlichst verabschieden! Ho, ho, einen schönen Nikolaustag wünsche ich Ihnen! Jetzt wird es aber auch Zeit!“

Urheberrechte& Copyright © by Silvio Ströver

Bitte dran denken!

Sonntag, den 2. Dezember 2007

Zur Erinnerung:

Montag (03.12.2007) bin ich aufgrund eines dienstlichen Außentermins vormittags und nachmittags nicht in der Schule (KKB).

Wer mich dennoch erreichen möchte, kann dies über Email tun:

s.stroever@web.de

Eine Bitte an die HBU2:

Inzwischen ist schon eine erste Bewerbungs-Email angekommen, aber bitte denken alle anderen daran, Ihre Bewerbung (Telekom!) nicht zu spät zu mailen! :-)

Gruß,

Silvio Ströver, Dipl.-Päd.

Berufswahlbegleitung & Schulsozialarbeit KKB